Programm der Goethe-Gesellschaft

Wenn nicht anders angegeben um 19 Uhr

23. Oktober. 2025 – Vortrag Dr. Antonius Weixler:  „Ein zeitgemäßes Gewand aus dunklem Metal“. Zu den popmusikalischen Vertonungen von Goethe und Lasker-Schüler“
Ort: Katholisches Bildungswerk, Laurentiusstr. 7
 
27. November. 2025 – Filmabend “Effi Briest” mit einer literaturwissenschaftlichen Einführung von Prof. Dr. Michael Scheffel
Ort: Katholisches Bildungswerk, Laurentiusstr. 7
 
18. Dezember. 2025 – Weihnachtsfeier mit Vortrag Prof. Dr. Dr. med. Scheer: “Goethe und der Zwischenkiefer”, musikalische Begleitung durch Studierende des Fachs Musik unter Leitung von Prof. Dr. Thomas Erlach
Ort: Bergische Universität Wuppertal (Raumangabe folgt)
 
15. Januar. 2026 – Lesung mit Ralf Grobel, Schauspieler, und Max Schweder, Saxofon, aus “Der Sandmann” von E.T.A. Hoffmann.
Ort: Katholisches Bildungswerk, Laurentiusstr. 7
 
16. April. 2026 – Mitgliederversammlung um 18 Uhr
 
Weitere Veranstaltungstermine:
16. April. 2026
21. Mai. 2026
13. Juni. 2026 – Ausflug ins Frankfurter Goethe-Haus und Deutsche Romantik-Museum
16. Juli. 2026

Kultursalon am 08.02.26

Zusammen mit dem ‚Uni-Seminar Kultursalon‘ um Prof. Dr. Rita Casale, Dr. Christine Hummel und Prof. Dr. Elisabeth Stein der Bergischen Universität ließ der Zweite Vorsitzende PD Dr. Arne Karsten am Sonntagvormittag bei einer musikalisch untermalten Matinee im Pina Bausch Zentrum das gesellige Rom des 18. Jahrhunderts lebendig werden. Vor einem bunt gemischten Publikum aus interessierten Wuppertalern, Universitätsangehörigen, Studenten und Freunden der Goethe-Gesellschaft sprach der Wuppertaler Historiker angeregt über die römische Salonkultur am Vorabend der Französischen Revolution, über die Goethe zwar fast nichts schrieb, dafür aber seine Zeitgenossen umso Aufschlussreicheres zu berichten wussten. Den schwungvollen Vortrag rahmten die Wuppertaler Professoren Hans Frambach (Bariton), Wolfgang Lukas (Laute) und Andreas Meier (Renaissanceflöte) mit fünf französischen und englischen Stücken des 16. und 17. Jahrhunderts, die mit ihren heute raren Klängen nicht nur sichtlich das Publikum begeisterten, sondern zugleich den Beweis brachten, dass der Typus des ‚Renaissance Man‘ noch nicht völlig ausgestorben ist. Die sichtlich gut gelaunte Organisatorin Professorin Elisabeth Stein fand zum Abschluss dieses kurzweiligen Vormittags dann auch die passenden Worte: Endlich habe man selbst einmal die Erfahrung machen können, sich im unvergleichlichen Zentrum eines (vor)modernen Salons zu bewegen. Auch wenn dieser viel zu kurze Einblick lediglich am illustren Lebensgefühl des spätbarocken Rom gekratzt haben dürfte, war die Wirkung unverkennbar: Für einen Augenblick war der Vorplatz des Salons ‚Pina Bausch‘ bevölkert von beschwingten Menschen, die sich lebensfroh in einem strahlenden Wuppertal Frühnachmittag verloren.

Lesung mit Ralf Grobel, Schauspieler, und Max Schweder, Saxofon, aus “Der Sandmann” von E.T.A. Hoffmann. am 15.01.26

E. T. A. Hofmanns Erzählung „Der Sandmann“ zählt zu den eindrücklichsten Werken jener „schwarzen Romantik“, in der sich bewegende Einblicke in die Abgründe der menschlichen Psyche mit innovativen Formen der Erzählkunst verbinden. Ralf Grobels Lesung brachte die ungebrochene Aktualität der Novelle plastisch zum Ausdruck, unterstützt durch die kongeniale musikalische Rahmung des Saxophonisten Max Schweder. Das inzwischen traditionsreiche anschließende Beisammensein bei Snacks und Wein war geprägt von intensivem Gespräch über die eindrucksvolle Lesung.

Weihnachtsfeier am 10.12.25

„Goethe als Wissenschaftler“ – dieser heute weitgehend in Vergessenheit geratenen Seite des Universalgenies war der erste Teil der diesjährigen Weihnachtsfeier der Goethe-Gesellschaft gewidmet. Prof. Dr. Dr. med. Martin Scheer (Minden) sprach über “Goethe und der Zwischenkiefer” und verband dabei Ausführungen über Goethes anatomische Studien zum „os intermaxilare“ mit einer anschaulichen Schilderunge moderner medizinischer Foschung und therapeutischer Praxis. Daran anschließend trugen Studenten und Studentinnen des Fachs Musikpädagogik ab der BUW Lieder u. a. von Schubert, Schumann und Mendelssohn-Batholdy nach Goethegedichten vor. Den anregenden und stimmungsvollen Abend beschloss das Beisammensein am Büffet.

Filmabend „Effi Briest“. Mit einer literaturwissenschaftlichen Einführung von Prof. Dr. Michael Scheffel am 27.11.25

Unser jüngster Abend der Goethe-Gesellschaft stand im Zeichen von Theodor Fontanes Effi Briest. Zu Beginn bot Prof. Dr. Michael Scheffel eine ausführliche und anschauliche literaturwissenschaftliche Einführung, die nicht nur in die zentralen Themen und Motive des Romans einführte, sondern auch dessen ausgeprägte dramatische Qualität hervorhob.
Im Anschluss sahen wir die Verfilmung von 1970 aus der DDR, die sich schon kurz nach ihrem Erscheinen auch in Westdeutschland großer Beliebtheit erfreute. Der Film beeindruckte durch seine Werktreue und seine sensible Umsetzung des Stoffes.
Bei anschließenden Gesprächen über Fontanes Figuren, filmische Umsetzungen und die bleibende Wirkung dieses Klassikers fand der Abend einen anregenden Ausklang.

„Ein zeitgemäßes Gewand aus dunklem Metal“. Zu den popmusikalischen Vertonungen von Goethe und Lasker-Schüler. Ein Vortrag von Dr. Antonius Weixler am 23.10.25

Unser Oktober-Vortrag führte diesmal in überraschend popmusikalische Gefilde: Dr. Antonius Weixler sprach über musikalische Vertonungen von Goethe und Else Lasker-Schüler – von klassischen Inszenierungen bis hin zu kreativen Neuinterpretationen.
Wir hörten beispielsweise Vertonungen der Band Leichenwetter, die unter anderem Goethes „Erlkönig“ und Lasker-Schülers „Weltende“ in ein Gewand der Neuen Deutschen Härte und des Gothic Metal kleideten. Ebenso wurde Sonja Kraushofers Interpretation von „Weltende“, erschienen auf einer CD mit Vertonungen von Gedichten der Poetin, gemeinsam angehört und diskutiert. Selbst Bushidos „Mephisto“ oder Alligatoahs Faustinterperation waren Teil des musikalischen Ensembles.
Mit viel Humor und musikgeschichtlichem Wissen erläuterte Dr. Weixler seine sogenannte „Weixler-Skala“, auf der sich die Stücke zwischen Werktreue und Credibility/Cringe-Faktor einordnen lassen – ein Konzept, das für viele Lacher und spannende Diskussionen sorgte.
Der anregende Abend klang bei einem Glas Wein und lebhaften Gesprächen aus.

 

 

Mit Goethe in der Natur – Ein Spaziergang durch das Arboretum der Bergischen Universität Wuppertal am 15.05.25

Bei herrlichem Frühlingswetter besuchte die Goethe-Gesellschaft Wuppertal zum zweiten Mal das Arboretum der Bergischen Universität. Unter dem Motto Mit Goethe in der Natur führten Prof’in Dr. Gertrud Lohaus (Biologie) und Dr. Christine Hummel (Literaturwissenschaft) kenntnisreich durch botanische Vielfalt und poetische Tiefe. In der Verbindung von wissenschaftlicher Präzision und literarischer Sensibilität wurde deutlich, wie aktuell Goethes Anspruch bleibt, die Welt in wertschätzender, genauer Anschauung zu betrachten. Den Abschluss bildete Goethes „Katzenpastete“, die auf heitere Weise zum anschließenden Ausklang bei einem kühlen Getränk in der Sonne überleitete.

Ein Vortrag über Gabriele Tergits „Reportagen aus den Gerichten“ am 24.04.25

In seinem pointierten und unterhaltsamen Vortrag zeigte der neue Erste Vorsitzende der Goethe-Gesellschaft Wuppertal Prof. Dr. Michael Scheffel, wie Gabriele Tergits Reportagen aus den Gerichten weit mehr sind als nüchterner Gerichtsjournalismus. Mit feinem Gespür für Stil und Perspektive machte er deutlich, wie sehr Tergits individuelle Handschrift die scheinbar sachlichen Berichte literarisch prägt – und dabei die Menschen hinter den Verfahren in den Mittelpunkt rückt. Der Vortrag eröffnete neue Perspektiven auf das spannungsreiche Verhältnis von Literatur, Justiz und gesellschaftlicher Wirklichkeit.

Werther-Lesung mit musikalischer Begleitung und Weihnachtsfeier am 12.12.24

Auch nach 250 Jahre hat Goethes „Werther“ nichts an Frische und bewegender Intensität verloren – eine Lesung im Rahmen der Weihnachtsfeier der Goethe-Gesellschaft am 12. Dezember legte davon eindrückliches Zeugnis ab. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Michael Scheffel, der nach seiner Wahl zum Vorsitzenden der Gesellschaft die Nachfolge von Prof. Dr. Andreas Meier angetreten hat, las der Schauspieler Ralf Grobel ausgewählte Passagen aus Goethes Jugendroman mit großer Anschaulichkeit, begleitet durch Intermezzi der Flötistin Annette Gadatsch. Der stimmungsvolle Abend im Musiksaal der Bergischen Universität schloss mit einem geselligen Beisammensein bei Büfett und Wein.

„Am Götterbaum“ – Eine Lesung von Hans Pleschinski am 04.12.24

Hans Pleschinski las der Goethe-Gesellschaft aus seinem Buch „Am Götterbaum“. In seinem „Münchenroman“ begleiten wir die Stadträtin Antonia Silberstein bei ihrem Vorhaben, ein Heyse-Kulturzentrum in München zu eröffnen. An ihrer Seite sind die Schriftstellerin Ortrud Vandervelt und die Bibliothekarin Therese Flößer. Die drei Frauen streifen durch München und bieten dabei unterschiedliche Sichtweisen auf Paul Heyse und sein literarisches Erbe.
Pleschinskis Lesung bot nicht nur einen geistigen Spaziergang durch München, sondern auch eine Einladung zum Nachdenken. Bei den vorgelesenen Textauszügen wurde herzlich gelacht und das Heyse-Vermächtnis neu beleuchtet. Warum ist der erste deutsche Nobelpreisträger und Autor zahlreicher Romane, Theaterstücke sowie 180 Novellen so sehr in Vergessenheit geraten? Gab es ein „Heyse-Zeitalter“, und sollte dies durch ein Kulturzentrum in seinem ehemaligen Wohnsitz sichtbar gemacht werden?
Dank der lebendigen Vortragskunst von Hans Pleschinski wurde Paul Heyse für uns an diesem Abend wieder greifbar. Ein herzlicher Dank geht an den Referenten, der uns mit seiner Präsenz und seinen Texten einen besonderen literarischen Abend beschert hat.