![]() |
![]() |
Was haben der deutsche Wende-Kultfilm „Go Trabi Go“ und Goethes „Italienische Reise“ gemeinsam? Bis auf das Reiseziel Rom bzw. Neapel auf den ersten Blick wenig, möchte man sagen, wenn man sich an den nun schon 35 Jahre alten, geschmackvoll klamaukigen Streifen zurückerinnert. Dass es bei genauer Lektüre völlig anders aussieht, hat der Wuppertaler Germanist Dr. Alexander Wagner in seinem unterhaltsamen Vortrag eindrucksvoll nachgezeichnet. Bis in die Persönlichkeitsentwicklung der Protagonisten hinein wirkt das Erbe des Goethe’schen Vorbilds, das im Film ausgiebig zitiert, abgewandelt und nacherlebt wird. Selbst der heiß geliebte Trabi „Schorsch“ kehrt völlig verändert (nun ein flottes Cabrio!) nach Bitterfeld zurück und dient damit als physische Manifestation der inneren Figurenentwicklung: Vom Abenteuer ‚Italien‘ (schwer) gezeichnet, dafür allerdings ein wenig freier, glücklicher und gereifter blickt die Familie Struutz (Udo, Rita und Tochter Jacqueline) auf die gemeinsame Zeit zurück. Nicht zuletzt die vielen kunstvoll eingewobenen Filmausschnitte sorgten zusammen mit Wagners scharfen Analysen gleichermaßen für Erkenntnisgewinn wie für schallendes Gelächter im Publikum.






















