Veranstaltung am 22. November 2018 19 Uhr Leonard Bernstein in der Wuppertaler Stadtsparkasse

Leonard Bernstein in der Wuppertaler Stadtsparkasse

 Er gilt als einer der bedeutendsten Dirigenten des Zwanzigsten Jahrhunderts – Leonard Bernstein. Doch anders als nicht minder große Kollegen seiner Generation wie etwa Herbert von Karajan oder Sergio Celibidache machte sich der Sohn in die USA eingewanderter ukrainischer Juden auch als vielseitiger Komponist („Westside-Story“), telegener Musikprofessor und linksliberaler Querdenker weltweit einen Namen. Musikalisches Schaffen als Zentrum eines turbulenten Lebens – davon handelt das Kammerspiel „Bernsteins Zimmer“, das Gerold Theobalt anlässlich des hundertsten Geburtstags des Maestros verfasst hat.

Das Stück basiert auf einem Interview, das der renommierte Kritiker des amerikanischen Musikmagazins „Rolling Stone“, Jonathan Cott, 1989 mit Leonard Bernstein in dessen Landhaus in New Jersey geführt hat. Aus anfänglichem Misstrauen der in Alter und Temperament höchst unter- schiedlichen beiden Männer entsteht im Laufe des Abends eine geradezu ausgelassene, freundschaftliche Atmosphäre. Doch die Harmonie wird durch den Auftritt von Jamie, Bernsteins ältester Tochter, abrupt gestört…

Am Donnerstag, dem 22. November 2018, zeigt das für seine innovative Theaterarbeit schon mehrfach ausgezeichnete Kölner Theater Tiefrot das Stück für drei Personen in der Glashalle der Sparkassen- zentrale am Islandufer. Regie und Titelrolle übernimmt Volker Lippmann, vielen Wuppertalern als Mitglied des Schauspielensembles in der Ära Holk Freytag noch in bester Erinnerung.

Mit dieser Veranstaltung feiert die Wuppertaler Goethe Gesellschaft e.V. zugleich ihr dreißigjähriges Bestehen. Daran erinnern Grußworte und ein kurzer Rückblick auf die vielfältigen Aktivitäten der Gesellschaft. Es waren engagierte Literaturfreunde, die sich 1988 zusammenschlossen, als es im Tal noch keinen literarischen Verein gab. Inzwischen sind gottlob eine Reihe weiterer Literaturgesellschaften hinzugekommen. Sie alle tragen mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit zur kulturellen Vielfalt unserer Stadt bei. Den Höhepunkt des gemeinsamen Einsatzes für qualitätsvolle SchriftstellerInnen und ihre Werke markiert die Wuppertaler Literaturbiennale, die das Kulturbüro der Stadt seit 2010 ausrichtet.

Mit Leonard Bernstein ehren Goethe-Gesellschaft und Stadtsparkasse Wuppertal einen „Weltbürger“, wie ihn sich der dichtende Weimarer Geheimrat als idealen Zeitgenossen gewünscht hat.

„Weltbürgertum“, so Johann Wolfgang von Goethe anno 1801, „zielt auf das allgemein Menschliche und entspricht der Haltung jener selbst- losen Menschlichkeit, in der man mehr für andere lebt als für sich selbst.“